Klicken Sie HIER um zur Screenreader optimierten Version zu wechseln.

Rezentes

Hier stellen wir für Sie laufend aktuelle Informationen zur Kunstrestitution in Österreich zusammen


Digitalisierung und Online-Publikation der Zentraldepotkartei
Eine Kooperation zwischen dem Archiv des Kunsthistorischen Museum und der Kommission für Proveninezforschung

Rund 11.500 Karteikarten des sogenannten Zentraldepot für beschlagnahmte Sammlungen, das sich ab Herbst 1938 in mehreren Räumen des 1. Stockwerks der Neuen Burg befand, haben sich in den Archiven des Kunsthistorischen Museums und des Bundesdenkmalamtes erhalten. Diese wichtigen Quellen zur NS-Geschichte werden nun in einer Kooperation zwischen der kommission für Provenienzforschung und dem Arhiv des Kunsthistorischen Museums Wien digitalisiert und sollen online publiziert werden.

Lesen Sie mehr dazu:
http://www.khm.at/erfahren/forschung/forschungsprojekte/archiv/digitalisierung-und-online-publikation-der-zentraldepotkarteien/?back=%2Ferfahren%2Fforschung%2Fforschungsprojekte%2F&open=2157&cHash=b3133a4fdf0462f6e4c50ec678406735


Gurlitt-Taskforce

Im Fall des Fundes der Kunstsammlung Cornelius Gurlitts und der in Folge gegründetenTaskforce „Schwabinger Kunstfund“  wurde zum Jahreswechsel die Arbeit beendet. Aufgabe der Taskforce war es, bis Ende 2015 alle Werke der Sammlung Gurlitt zu begutachten und deren Provenienz zu überprüfen.

Da ein Großteil der sichergestellten Kunstobjekte bis dato nicht abschließend untersucht werden konnten, übernimmt nun das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste die Forschungsarbeit. Die Leiterin des „Schwabinger Kunstfund“ Ingeborg Berggreen-Merkel überreichte der Kulturstaatsministerin Monika Grütters hierfür symbolisch die bisherigen  Forschungserbnisse. Mit dem Projekt „Provenienzrecherche Gurlitt“  wird nun mit Beginn des Jahres die Forschung zur Sammlung Gurlitt  wieder  neu aufgenommen und fortgesetzt.


Vortrag:  „Sonderauftrag Ostmark“: NS-Raubkunst für österreichische Museen

Dr. Birgit Schwarz hielt im November 2015 einen Vortrag zum Thema „Sonderauftrag Ostmark.“ NS-Raubkunst für österreichische Museen“. Dieser fand im Rahmen  der Veranstaltungsreihe „Donnerstags in der Bibliothek“ an der Akademie der bildenden Künste Wien statt. In diesem Zusammenhang wurden die aktuellen Forschungsergebnisse der Kunsthistorikerin vorgestellt.

Seit  2013 arbeitet Schwarz, gemeinsam mit Mag. Anita Stelzl-Gallian an einem Forschungsprojekt,  welches vom Nationalfonds mitfinanziert wird. Hierbei soll das durch den „Führervorbehalt“ ermöglichte Beschlagnahmen von jüdischen Kunstsammlungen im Dritten Reich, erforscht und aufgearbeitet werden.


Ausstellung: Inventarnummer 1938

Als erstes Museum im deutschsprachigen Raum  eröffnete das Technische Museum eine Dauerausstellung zu Raubkunst und Provenienzforschung. Unter dem Titel „Inventarnummer 1938“ werden Alltagsgegenstände, wie Autos, Möbel, Fotoapparate, Schreibmaschinen oder aber auch Musikinstrumente gezeigt, bei denen es sich um Objekte handelt, welche in der NS-Zeit/im Dritten Reich enteignet wurden.

Seit 1998 wurden  im Technischen Museum  80.000 Objekte auf ihre Herkunft untersucht. Laut  Christian Klösch, dem Provenienzforscher im Haus, konnten bereits mehr als hundert Objekte ausgemacht werden, die als Raubkunst identifiziert wurden. Einige der Restitutionsfälle konnten bereits erfolgreich abgeschlossen werden, bei anderen läuft noch die Suche nach möglichen ErbInnen.

Link: Technisches Museum Wien

 

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste - German Lost-Art Foundation

Mit Anfang des Jahres 2015 nahm das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste die Arbeit auf. Es handelt sich hierbei um eine Stiftung bürgerlichen Rechts, welche auf nationaler sowie internationaler Ebene als zentraler Ansprechpartner im Bereich der Provenienzforschung fungieren soll. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, öffentliche Einrichtungen wie Museen, Archiven und Bibliotheken, aber auch privaten Sammlern bei der Suche nach NS-Raubkunst und Kulturgutverlusten während der sowjetischen Besatzungszeit und in der DDR unterstützend zur Seite zu stehen. Darüber hinaus wird die Stiftung auch mit der Berliner Arbeitsstelle für Provenienzforschung sowie der Forschungsstelle für „Entartete Kunst“ der Freien Universität Berlin kooperieren.
Als Grundlage für die Arbeit des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste sollen die „Washingtoner Prinzipien“  aus dem Jahr 1996 und der deutschen „gemeinsamen Erklärung“ von 1999 gelten, in welchen sich Deutschland und andere Staaten dazu verpflichtet haben, Kulturgüter, welche während des Nationalsozialismus beschlagnahmt oder geraubt wurden, ausfindig zu machen und nach Möglichkeit an die rechtmäßigen Eigentümer zu restituieren.
Sitz der Einrichtung ist Magdeburg in Sachsen-Anhalt, wo sich bereits die „Lost Art“ Koordinierungsstelle befand,  deren Arbeitsschwerpunkte auch weiterhin fortgesetzt werden sollen. Träger der Institution sind die Bundesregierung, die Bundesländer und kommunale Spitzenverbände.
Von staatlicher Seite flossen vier Millionen in die Gründung des Zentrums. Jährlich sollen sechs Millionen Euro für Provenienzforschung hinzukommen - auch die Länder wollen sich finanziell beteiligen und erhöhen ihre Fördermittel.
Um eine stärkere Vernetzung im Bereich der Provenienzforschung gewährleisten und vorantreiben zu können, wird ein Stab von 20 Mitarbeitern in Magdeburg eingesetzt, welche mit freien Provenienzforschern aus Deutschland zusammenarbeiten werden.
Die Leitung des Stiftungsrats hat Monika Grütters, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, übernommen. Den Posten des ehrenamtlichen Vorstands wird der ehemalige Direktor der Hamburger Kunsthalle Prof. Uwe Schneede bekleiden. Es wird zudem eine unabhängige „Beratende Kommission“ unter der Leitung der ehemaligen Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts Prof. Jutta Limbach ins Leben gerufen.

www.kulturgutverluste.de


Weinmüller-Kataloge online auf Lost Art

Über die Datenbank "Lost Art" können sämtliche überlieferte Kataloge des Auktionshauses Weinmüller der Jahre 1936 bis 1944 öffentlich eingesehen werden. Es handelt sich dabei um Informationen aus 93 annotierten Katalogen, solchen also, in denen handschriftlich Einlieferer, VErkaufspreis und Käufer vermerkt sind. Sie umfassen vollständig die 33 Münchener Versteigerungen des Hauses Weinmüller von 1936 bis 1943 und - zum großen Tei - die achzehn Wiener Auktionen bis 1944.
lostart.de

Als Dokumente geben sie detailliert Auskunft über die damalige Provenienz der Kunstwerke. Die Geschäftsunterlagen waren im Frühjahr 2013 in einem Stahlschrank des Münchner Auktionshauses Neumeister entdeckt worden. Zum ersten Mal sind damit private Geschäftsunterlagen ins Netz gestellt worden.

Provenienzforschungsergebnisse der Parlamentsbibliothek

PR Dr.in Elisabeth Dietrich-Schulz - Direktorin der Parlamentsbibliothek
Dr.in Sieglinde Osiebe - Stellvertretende Abteilungsleiterin
www.parlament.gv.at/bibliothek


Im Auftrag der Parlamentsdirektion führten von 2010 bis 2012 externe ExpertInnen des Vereins für wissenschaftliche und kulturelle Dienstleistungen unter der Leitung von Dr. Harald Wendelin umfassende Recherchen zur Provenienz der Bücher in der Parlamentsbibliothek durch. Untersucht wurden rund 15.000 Bände auf im Sinne des Kunstrückgabegesetzes relevante Bestände (Erscheinungsdatum vor 1945, Erwerb nach dem 30.1.1933). Festgestellt wurde, dass nach dem Zweiten Weltkrieg auch Bücher an die Bibliothek übergeben wurden, die aus Beständen stammen, als das Parlamentsgebäude als Gauhaus der NSDAP genutzt wurde. Die Bibliothek gab nachweislich ab 1946 Bände an ihre früheren EigentümerInnen zurück, sofern die vorgefundenen Bücher eindeutig zuzuordnen waren. Diese Bände sind daher heute nicht mehr vorhanden. Dokumentiert sind Rückgaben etwa an die Genealogische Gesellschaft Adler und die Israelitische Kultusgemeinde. Es wurden aber auch Bücher aus Gauhaus-Beständen in die Bibliothek einsigniert. Diese aus dem Bestand herauszufiltern und unter dem Blickwinkel des Kunstrückgabegesetzes zu untersuchen, war Aufgabe des externen Forschungsteams. Die Forschungsergebnisse wurden dem Kunstrückgabebeirat vorgelegt, der in seiner Sitzung vom 21. Juni 2013 die Rückgabe von 29 Signaturen bzw. 37 Bänden an die RechtsnachfolgerInnen der folgenden verfolgten Personen empfohlen hat: Lily und Edwin Bader, Richard Beer-Hofmann, Auguste Goldschmid, Siegfried Graubart, Robert Holzinger, Paul Kisch, Hans Theodor Korolanyi, Felix B. Kraus, Ida Schnürer, Leopold Singer, Israel Taglicht, Hugo Tannenbaum, die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien, die Bibliothek der Z.T.V. Avoda, die Trumpeldor-Bücherei Wien – Jugendbund Josef Trumpeldor, Edmund Weber, die Schwarz-Gelbe Aktion der Jugend im Reichsbund der Österreicher, der Verein der Vivisektionsgegner sowie die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG).

Für die Kontaktaufnahme mit den RechtsnachfolgerInnen bzw. die Erbensuche hat sich die Parlamentsdirektion an den Nationalfonds der Republik Österreich gewandt, der die gemäß § 1 Abs. 1 KRG identifizierten Titel in seine Kunstdatenbank aufgenommen hat. Sollten keine ErbInnen bzw. RechtsnachfolgerInnen gefunden werden, ist geplant, die Bücher an den Nationalfonds zu übergeben und durch die Parlamentsbibliothek rückzukaufen, analog dem Vorgehen der Österreichischen Nationalbibliothek.

Im Folgenden finden Sie die vom Verein für wissenschaftliche und kulturelle Dienstleistungen hinsichtlich ihrer Provenienz als "bedenklich-zuordenbar", "bedenklich-unzuordenbar", "bedenklich-zuordenbar mit Erscheinungsdatum vor 1800" und "eventuell bedenklich" eingestuften Titel.

 

Das Findbuch

Der Allgemeine Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus hat zur Bearbeitung der Anträge auf Vermögensentschädigung und Naturalrestitution zahlreiche Verzeichnisse und Listen von kooperierenden Institutionen erhalten. Sie ermöglichen das Auffinden von Dokumenten und Akten zu NS-Vermögensentziehungen (1938 bis 1945) sowie zu österreichischen Restitutions- und Entschädigungsmaßnahmen in der Nachkriegszeit. Diese Daten beziehen sich beispielsweise auf Arisierungsakte und Vermögensanmeldungen aus dem Bestand der NS-Vermögensverkehrstelle. Eine Liste beschlagnahmter Gegenstände nach dem Novemberpogrom 1938 kann über das Findbuch ebenso abgefragt werden, wie die Akten der Rückstellungskommissionen bei den Landesgerichten, der Finanzlandesdirektionen, der Sammelstellen A und B oder des Abgeltungsfonds.

Durch das Findbuch wird erstmals eine übergreifende Suche nach Personen, Unternehmen oder Adressen in mehreren Archiven und unterschiedlichen Aktenbeständen ermöglicht. Das Findbuch bietet derzeit 147689 Datensätze und soll fortlaufend erweitert werden. Dadurch stellt es eine der umfangreichsten Sammlungen von Informationen über den Vermögensentzug während der NS-Zeit sowie Restitutions- und Entschädigungsmaßnahmen nach 1945 auf dem Gebiet der Republik Österreich dar. Zudem bietet das Findbuch eine Suche in digitalisierten historischen Adressbüchern und Amtskalendern, wodurch Recherchen zu Wohnadressen und Firmensitzen auch ohne Registrierung ermöglicht werden.
www.findbuch.at


Datenbank zu Kraftzeugen in Österreich in den 1930er Jahren und 1940er Jahren

Im Rahmen eines Forschungsprojekt am Technischen Museum Wien (2009-2012) wurden wichtige Quellen zum Kraftfahrzeugbesitz in Österreich erschlossen und ausgewertet.
Nach dem "Anschluss" im März 1938 beschlagnahmten die Nationalsozialisten über 3.000 Kraftfahrzeuge, die entweder als Dienstfahrzeuge, z.B für die NSDAP, verwendet oder im Sommer 1938 im Auftrag der GESTAPO durch das Wiener Dorotheum versteigert wurden. Ca. 20% aller damals in Wien gemeldeten Personenwagen wurden von den Nationalsozialisten gestohlen - der größte Autoraub in der österreichischen Geschichte.
Die Datenbank NS-KFZ Raub erfasst die - nach derzeitigem Wissenstand - vom NS-Regime in Österreich entzogenen Kraftzeuge ist ist somit ein Hilfsmittel zur Indentifizierung von NS-Raubgut in öffentlichen und privaten Sammlungen sowie im Oldtimerhandel.

Zur Datenbank "Historische KFZ-Verzeichnisse": historische-kfz-verzeichnisse
Zur Datenbank "NS-KFZ-Raub": NS-KFZ-Raub

 

Weitere Neuigkeiten: